Wie Räume unsere Beziehungen prägen: Platz, Nähe und Zugehörigkeit im Alltag

Shownotes

Warum erzählen unsere Räume mehr über unsere Beziehungen als wir manchmal selbst? Welche Geschichte steckt hinter dem Platz am Tisch, deinem Lieblingssessel oder der einen Bildwahl über dem Sofa?

In dieser Episode nehme ich dich mit auf eine Reise durch Räume, Gefühle und Beziehungen. Ich erzähle dir, warum unser Miteinander oft auf wenigen Quadratmetern stattfindet und warum genau das manchmal für Spannungen sorgt. Du erfährst, wie du erkennen kannst, ob du im gemeinsamen Zuhause wirklich Platz bekommst, was ein Raum über Zugehörigkeit aussagt und wie kleine Alltagsentscheidungen plötzlich eine ganz große Bedeutung bekommen.

Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wie viel Raum du in deiner Beziehung brauchst und wo sich echte Nähe oder wichtiger Rückzug zeigt. Ich teile mit dir Geschichten aus meinem Leben, psychologisches Hintergrundwissen und viele kleine Denkanstöße, wie du deine Räume (und vielleicht auch ein kleines Stück dein Leben) bewusster gestalten kannst.

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Transkript anzeigen

00:00:07: Ist dir noch Platz für mich?

00:00:10: In der Astrologie soll sich in den nächsten Wochen ziemlich viel um Beziehungen drehen, um Nähe und Verbindung.

00:00:17: Und ich dachte wunderbar dann reden wir doch mal über Beziehung.

00:00:21: Natürlich rede ich dabei über Räume.

00:00:23: was habt ihr denn gedacht?

00:00:25: Beziehunge finden oftmals in Räumen statt meistens sogar auf ziemlich wenigen Quadratmetern und manchmal liegt genau dort das Problem.

00:00:37: Heute möchte ich deshalb eine Frage stellen.

00:00:40: Ist hier eigentlich noch Platz für mich?

00:00:44: Nicht metaphorisch, ganz konkret!

00:00:47: Wo ist dein Platz am Tisch?

00:00:49: Welche Seite des Bettes gehört dir?

00:00:52: Wo landet deine Jacke?

00:00:54: Darf dein Lieblingssessel bleiben obwohl dein Partner ihn seit Jahren abschaffen möchte?

00:00:59: und wer hat entschieden dass dieses scheußliche Bild über dem Sofa hängen bleibt?

00:01:06: Willkommen bei Spatium Welbing für Herz, Hirn und Raum.

00:01:10: Heute geht es um Beziehung – und um die erstaunliche Frage was unsere Räume darüber zu erzählen wissen?

00:01:22: Wenn aus Mainz plötzlich unseres wird stelle ihr vor zwei Menschen ziehen zusammen romantisch Zahnbürste dazu Kleider dazu und dann kommt der erste wirklich große Beziehungs-Test der gemeinsame Haushalt!

00:01:37: Ich habe das Vorjahren erlebt mit meinem Mann.

00:01:40: Das Zusammenziehen lief ziemlich gut, ziemlich super!

00:01:44: Gemeinsam Möbel umstellen können wir bis zum heutigen Tag nicht.

00:01:48: Da war dann die komode Atem- und Junggesellenleben, die auf den Wunsch nach einem ästhetisch halbwegs vertretbaren Wohnzimmer drauf.

00:01:58: Kennt ihr das?

00:02:00: Irgendwo zwischen Espressemaschine und Bettwäsche beginnt eine hochkomplexe Verhandlung über Zugehörigkeit.

00:02:09: Wer bringt was mit, was darf sichtbar sein?

00:02:12: Was verschwindet erstaunlich schnell im Keller?

00:02:17: Röme sind nämlich voller kleiner Botschaften.

00:02:20: Sie zeigen wer hier lebt sie erzählen uns was wichtig ist und manchmal verraten sich auch wer sich durchgesetzt hat.

00:02:30: bei der Komode übrigens war es mein Mann.

00:02:34: Es gibt Wohnungen bei denen man nach fünf Minuten ziemlich genau weiß.

00:02:38: Hier wohnen zwei Menschen, einer nur davon durfte einziehen.

00:02:43: Und genau hier wird es psychologisch spannend!

00:02:48: Wir binden uns nämlich auch an Orte.

00:02:51: In der Umweltpsychologie gibt's dafür einen wunderbaren Begriff Place-Attachment.

00:02:58: Damit beschreiben wir die emotionale Bindung zwischen Menschen und Orten.

00:03:04: zu unserem Zuhause logisch, zu einem bestimmten Sessel.

00:03:08: Zu einer Küche in der wir Hundergespreise geführt haben und zu einem Fenster als dem wir jeden Morgen schauen.

00:03:15: Deshalb kann ein Umzug viel emotionaler sein als ein Immobilieninserat vermuten lässt.

00:03:21: Es kann ziemlich viel Stress auslösen in deinem Nervensystem.

00:03:26: Für den Makler sind es Vielleicht hundertvierzig Quadratmeter mit schöner Aussicht.

00:03:31: Für dich ist es der Türahmen, an dem die Kinder jedes Jahr gemessen wurden.

00:03:39: Räume speichern keine Erinnerungen wie eine Festplatte natürlich nicht!

00:03:43: Wir Menschen verbinden Erinnerung mit ihnen und dadurch wird ein Ort Teil unserer persönlichen Geschichte.

00:03:54: Vielleicht kennst du das?

00:03:56: Du kommst nach Jahren wieder an einen Ort deiner Kindheit und bevor du überhaupt darüber nachdenkst, ist etwas klar.

00:04:04: Ein Gefühl Vertrautheit Vielleicht auch der spontane Munch sofort wieder abzureißen.

00:04:12: Auch das ist Place Attachment.

00:04:14: Nicht jede Bindung ist schließlich eine Liebesgeschichte.

00:04:19: Aber wann gehören wir eigentlich dazu?

00:04:24: Wann spüren wir eigentlich?

00:04:27: hier gehöre ich hin.

00:04:31: Zugehörigkeit klingt zunächst nach einem sozialen Thema, Familie, Freundschaft und Partnerschaften.

00:04:36: Doch zugehörig hat für mich auch eine räumliche Dimension.

00:04:42: Stell dir vor du kommst zu einer Gruppe Menschen an einen Tisch.

00:04:46: alle sitzen bereit niemand rückt zur Seite kein Stuhl ist mehr frei deine Jacke hältst immer noch auf dem Arm.

00:04:55: Und jetzt stell dir dieselbe Situation nochmal vor.

00:05:00: jemand sieht dich Rückt zur Seite, zieht einen Stuhl heran und sagt Komm setz dich zu uns.

00:05:10: Was hat sich verändert?

00:05:12: Vielleicht gerade einmal fünfzig Zentimeter im Raum.

00:05:16: Emotional können diese fünfzig Centimeter eine Welt sein Denn plötzlich gibt es einen Platz für Dich.

00:05:24: Und genau deshalb behaupte ich Zugehörigkeit braucht Raum.

00:05:33: Ein Raum kann uns zum Beispiel sagen, du darfst hier sein.

00:05:40: Er kann unser Leben Spuren zu hinterlassen er kann Rückzug ermöglichen wenn wir ihn brauchen.

00:05:49: und jetzt wird es wirklich interessant für Beziehungen denn wir sprechen bei Beziehung unglaublich viel über Kommunikation.

00:05:57: völlig zurecht.

00:05:58: nur kommuniziert eben auch unsere Umgebung ständig mit und gelegentlich ist sie dabei erschreckend ehrlich.

00:06:08: Nehmen wir das gemeinsame Zuhause hat jede dort einen eigenen Bereich?

00:06:14: dürfen beide Menschen Dinge sichtbar machen, die ihnen etwas bedeuten?

00:06:19: oder sieht das zu Hause aus wie die dreidimensionale Version des Pinterest-Boards einer einzigen Person?

00:06:29: Ein gemeinsamer Raum muss keine demokratische Abstimmung über jedes Sofa-Kissen sein.

00:06:36: Natürlich nicht, das hält vermutlich keine Beziehung aus!

00:06:41: Doch Menschen brauchen das Gefühl einen Ort mitprägen zu dürfen.

00:06:48: Den Gestaltung kann auch eine Fort von Uneignung sein.

00:06:52: Das hier gehört zum einem Leben und irgendwann – und hoffentlich wird daraus Das hier gehört zu unserem Leben.

00:07:05: Jetzt kommt ein scheinbarer Widerspruch!

00:07:08: Wir wünschen uns Nähe, gleichzeitig brauchen Menschen Rückzug und das ist räumlich enorm spannend denn eine gute Wohnung muss Beziehung ermöglichen und individuelle Bedürfnisse respektieren.

00:07:26: Manchmal möchte ich mit dir auf dem Sofa sitzen vielleicht?

00:07:30: Manchmal Alleine und manchmal möchte ich einfach nur zehn Minuten lang von keinem Menschen etwas hören.

00:07:40: Das ist keine Beziehungskrise im Fall, das ist möglicherweise nur der Dienstag nach dem Montag.

00:07:48: Unser Nervensystem braucht Situationen in denen es regulieren kann.

00:07:54: Menschen unterscheiden sich dabei enorm.

00:07:56: Der eine entspannt mitten in Familienleben, der andere braucht eine Tür – eine richtige Tür mit Griff und Schallschutz!

00:08:05: Und die wunderbare Möglichkeit diese auch schließen zu können.

00:08:10: Gerade offene Grundrisse sind deshalb interessant oder auch herausfordernd.

00:08:17: Wir haben über Jahre, wenn den entfernt Küche essen und wohnen wurden zu einem großen Raum sehr kommunikativ, sehr großzügig.

00:08:27: Und plötzlich sitzt die ganze Familie permanent akustisch im selben Zimmer.

00:08:31: Der Mixer ist Teil des Fernsehabends das Zumieten Teil des Mittagessen und wenn jemand ruhe möchte bleibt ungefähr nur noch das Badezimmer.

00:08:42: Vielleicht sollten wir deshalb bei guter Rahmenplanung öfter fragen Wo können Menschen zusammen sein?

00:08:51: Und ebenso wichtig wo dürfen sie sich voneinander erholen.

00:09:00: Kennst du Menschen, die am Estisch immer am gleichen Platz sitzen?

00:09:07: Natürlich kennst du die!

00:09:08: Vielleicht bist du selbst einer davon.

00:09:11: und weh jemand sitzt dort.

00:09:13: wir sind zu Hause auch so.

00:09:15: natürlich.

00:09:16: das kommt nur durcheinander wenn wir vielleicht mal Gäste haben.

00:09:21: Im Alltag ohne Gäste tun wir dann gerne so, als wäre uns das völlig egal.

00:09:26: Nein nein, bleib ruhig sitzen!

00:09:28: Während in Inneren bereits ein kleiner territorialer Bürgerkrieg ausgebrochen ist.

00:09:35: Das ist meins.

00:09:37: Warum?

00:09:38: Weil Menschen Räume markieren.

00:09:41: Wir entwickeln kleine Territorien Meinplatz meine Bettseite, mein Nachtisch, mein Schreibtisch.

00:09:50: Diese räumliche Aneigenung kann Sicherheit und Vertrautheit

00:09:53: erzeugen.".

00:09:55: Sie sagt hier kenne ich nicht aus!

00:10:00: Das ist übrigens auch in Hotels interessant.

00:10:02: Warum fühlt sich ein gutes Hotelzimmer manchmal erstaunlich schnell vertraut an?

00:10:08: Weil wir beginnen es zu unserem temporären Territorium zu machen Koffer auf, Kulturbörtel ins Bad, Handy ans Bett und innerhalb kürzester Zeit benehmen wir uns als hätten wir das Zimmer geerbt.

00:10:24: Menschen sind vermisst schon immer faszinierend gewesen.

00:10:28: Übrigens ist es auch so dass Menschen in einem gemeinsamen Schlafzimmer immer auf ihrer Seite liegen.

00:10:37: Wenn ihr sowas auch in einem Hotelzimmer berücksichtigt dann schlaft ihr mit Sicherheit ruhiger.

00:10:44: Euer Unterbewusstsein ist daran gewohnt, von welcher Seite das Schnarchen kommt.

00:10:53: Und was hat dieses genau mit Evidence-Base Design zu tun?

00:10:57: Sehr viel!

00:10:58: Wenn wir Räume für Menschen gestalten, sollten wir verstehen wie Umgebung verhalten und wohlbefinden beeinflussen kann.

00:11:07: Es reicht nicht einen Raum anzuschauen, einen Raum anschauen und zu fragen Ist er

00:11:14: schön?!

00:11:15: Die spannende Frage für mich lautet, was ermöglicht dieser Raum zwischen Menschen?

00:11:26: Kann ich jemandem ansehen wenn wir miteinander sprechen?

00:11:30: Sehe ich ihn.

00:11:32: Wie sitzen wir zueinander?

00:11:34: Kann Ich Nähe wählen oder Abstand wählen?

00:11:38: Schon die Position von Möbeln verändert zum Beispiel Interaktion.

00:11:43: Ein riesiger Tisch kann Gemeinschaft erzeugen.

00:11:46: Er kann ebenso Distanz schaffen.

00:11:50: Eine Sitzgruppe kann Gespräche erleichtern oder so angeordnet sein, dass alle gemeinsam Ehrführstück nur den Fernseher betrachten.

00:12:02: Wir gestalten also permanent Beziehungen mit oft ohne es zu merken und hier beginnt auch die Verantwortung als Intere Designer.

00:12:14: Deshalb interessiert mich Evidenz Base Design so sehr weil Gestaltung plötzlich aufhört, reine Geschmacksfrage zu sein.

00:12:22: Wir beginnen zu fragen was macht dieser Raum mit uns?

00:12:28: Und jetzt, Spacehack für dich, schau dich einmal um!

00:12:33: Wenn du diese Folge zugehört hast, schaust du dein Zuhause anders an.

00:12:42: Mach bitte später etwas.

00:12:44: Kein grosses Feng shui Ritual.

00:12:47: Du musst auch keinen soll bei euch ruhig anzünden.

00:12:52: Schau dich einfach mal bewusst um, wo ist dein Platz?

00:12:57: Wo ist der Platz des Menschen mit denen du lebst?

00:13:02: Was erzählt dieser Raum über euch?

00:13:05: Gibt es Dinge von euch beiden?

00:13:07: gibt es einen Ort, an dem du dich zurückziehen kannst.

00:13:11: Gibtes Dinge die wirklich gemeinsam entstanden sind?

00:13:17: und dann stell dir vielleicht Eine etwas unbequemere Frage.

00:13:22: Fühlt sich Jesus zu Hause nach uns an?

00:13:27: Oder hat irgendwann einer übernommen und der andere kapituliert?

00:13:33: Vielleicht braucht eure Beziehung kein romantisches Wochenende, vielleicht braucht sie einen zweiten lese Sessel – das wäre zumindest günstiger je nach Sessel!

00:13:46: Und vielleicht beginnt Zugehörigkeit genau dort wenn ich in einem Rahmspüre.

00:13:53: Ich darf hier sein, ich muss mich nicht kleiner machen und ich darf gehen ohne dass die Verbindung verschwindet.

00:14:05: Das gilt für Partnerschaften Es gilt für Freundschaften Und es gilt auch für Reune.

00:14:14: Vielleicht ist das eine der schönsten Aufgaben von Architektur Orte zu schaffen an denen Menschen spüren können.

00:14:23: Hier ist Platz für mich.

00:14:29: Und vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber sprechen, wie Räume aussehen und öfter darüber welche Beziehungen sie möglich machen?

00:14:40: Ich bin Nicole Gottschall – das war Spatium Wellbeing für Herz, Hirn und Raum.

00:14:47: Und denkt daran, Räumewirken immer bis zum nächsten Mal!

00:14:53: Hat dir diese Folge gefallen, dann freue ich mich auf einen Kommentar und ein Like.

00:14:58: Viele, viele Herzchen!

00:15:00: Ihr könnt mich auch anschreiben.

00:15:03: Ihr findet weiteres Material auf meiner Homepage, nickelgoodschall.ch.

00:15:09: unter Journal – da gibt es ganz viele Blogs zum Thema.

00:15:14: Ich freu mich, folgt ihr mir und hört ihr weiter mit zu wie Räume unser Leben verändern können.

00:15:22: Danke.

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