Bin ich hier richtig? Warum die ersten 30 Sekunden in einem Hotel entscheiden

Shownotes

Bin ich hier richtig? Schon mit dieser Frage beginnt das Abenteuer Hotellobby. Warum entscheidet sich in den allerersten Momenten, ob wir ankommen, oder doch noch suchend herumirren?

In dieser Folge nehme ich dich mit auf eine besondere Reise: Wir beleuchten, warum die ersten 30 Sekunden beim Betreten eines Hotels so entscheidend sind und wie dein Nervensystem dabei auf Hochtouren läuft. Gemeinsam erkunden wir, wie wichtig Orientierung beim Ankommen ist, welche Macht die Architektur und das Design für unser Wohlbefinden haben und warum sich echte Hospitality schon lange vor der Rezeption zeigt. Du erfährst, wie Licht, Materialien, Gerüche und die richtige menschliche Ansprache einen Raum lesbar und einladend machen.

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00:00:08: Bin ich hier richtig?

00:00:10: Warum die ersten dreißig Sekunden in einem Hotel entscheiden.

00:00:15: Herzlich willkommen zu Spazium.

00:00:18: Wellbeing für Herz, Hirn und Raum!

00:00:20: Ich bin Nicole Gottschaler-Ramstrategin, Evian & Space Design Spezialistin und Tierdesigner.

00:00:26: Und ich möchte euch heute auf eine kleine Reise mit Ihnen stellen.

00:00:31: Stellt euch vor ihr seid seit fünf Stunden unterwegs.

00:00:35: Stau Da hat noch eine Baustelle.

00:00:38: Google Maps behauptet seit zehn Minuten Hartnäckige, ihr hättet das Ziel erreicht!

00:00:43: Nur... da ist kein Hotel?

00:00:46: Zumindest keines, dass ihr als solches erkennen könnt.

00:00:49: Irgendwann findet ihr einen Tiefgarage oder vielleicht einen Parkplatz.

00:00:54: Ihr parkiert Koffer raus und dann steht ihr hier in einer wunderschönen Lobby Steinboden.

00:01:01: Schöne leuchten Vielleicht relativ im Hintergrund noch etwas Musik.

00:01:07: Nur eine klitzekleine Frage bleibt, wo muss ich bloß hin?

00:01:13: Links seine Bar, rechts eine Lounge.

00:01:16: Gerade auch seine Installation, weil ich gar nicht so richtig weiß was sie soll.

00:01:21: Reception keine Ahnung und in diesem Moment ist etwas Spannendes passiert.

00:01:29: ihr habt gerade erst das Hotel betreten Aber euer Nervensystem arbeitet bereits in Überstunden.

00:01:37: Herzlich willkommen.

00:01:38: heute sprechen wir nämlich über das Ankommen, darüber warum die ersten Momente in einem Hotel viel wichtiger sind als wir denken und warum ich behaupte Check-in beginnt lange vor der Rezeption.

00:01:53: Denn Ankommen ist ein Übergang!

00:01:57: Wenn ein Gast ein Hotel betritt kommt er dann nicht Irgendwie aus der Nichts, er bringt etwas mit.

00:02:03: Eine Reise vielleicht Stress?

00:02:05: Vielleicht Müdigkeit?

00:02:06: Vielleicht musste gerade am Flugabend eine halbe Stunde auf seinem Koffer warten und ist total entnervt.

00:02:14: Vielleicht saß er drei Stunden im Zug neben jemanden, der laut telefoniert hat Und jetzt kommt dieser Mensch bei uns an.

00:02:23: Wir betrachten ihn im Hotel häufig bereits als Gast Sein Nertensystem aber ist immer noch reisender.

00:02:33: Es muss erst verstehen, wo bin ich hier überhaupt?

00:02:35: Was passiert hier?

00:02:37: Wo muss ich hin?

00:02:38: Bin ich hier richtig?

00:02:41: Orientierung ist deshalb viel mehr als Beschilderung – sie vermittelt nämlich Sicherheit!

00:02:47: Hier leistert wir eine Umgebung lesend können, desto weniger mentale Arbeit müssen wir leisten und das ist Beruhigung.

00:02:57: Und genau hier beginnt Evidenz-Base Design.

00:03:00: Wir gestalten Räume häufig aus der Perspektive der Menschen, die sie kennen.

00:03:07: Das Personal weiß natürlich wo die Rezeption ist – der Architekt kennt den Grundriss!

00:03:12: Die Hoteldirektorin weist dass man nach dem Lift zweimal rechts muss….

00:03:16: Der Gast weiß das nicht und genau das vergessen wir erstaunlich oft.

00:03:23: Dein Nervensystem checkt schneller ein als du.

00:03:28: Wenn wir einen Raum betreten, beginnen wir sofort ihn zu lesen und zu scannen.

00:03:34: Wo ist der Eingang?

00:03:35: Wo kann ich hin?

00:03:37: Wo gehört wer hierhin?

00:03:40: Wo können ich nicht orientieren?

00:03:43: Unser Gehirn sucht permanent nach Muster und auch Hinweisen.

00:03:48: Das geschieht zu einem großen Teil total automatisch und unbewusst Und deshalb können wir einen Rahmen betreten und uns sofort wohlfühlen.

00:03:57: ob wir wird den Raum gar nicht wirklich erklären können, warum?

00:04:02: Oder wir betreten einen Rahmen und denken, irgendetwas stimmt hier nicht.

00:04:07: Das Interessante daran – der Raum hat noch kein einziges Wort mit uns gesprochen!

00:04:15: Und trotzdem hat er bereits kommuniziert.

00:04:18: Das ist für mich eine der faszinierenden Aspekte von Architektur.

00:04:24: Räume sprechen bevor Menschen es tun.

00:04:29: Das Hotelversprechen beginnt nämlich schon draußen.

00:04:33: Deshalb würde ich ankommen, immer viel früher betrachten.

00:04:37: Wo beginnt ein Hotel?

00:04:39: An der Rezeption beim Eingang?

00:04:41: Ich würde sagen noch früher.

00:04:44: Vielleicht beginnt es dort wo der Gast zum ersten Mal versucht das Gebäude zu verstehen.

00:04:49: Kann ich erkennen, wo ich hin muss?

00:04:52: Ist der Eingang sichtbar.

00:04:54: Was passiert wenn ich mit zwei Koffern ankomme?

00:04:57: Wo kann ein Taxi halten?

00:04:58: und was passiert in der Tiefgarage?

00:05:01: Wie komme ich von dort ins Hotel?

00:05:02: und jetzt machen wir es noch etwas unangenehmer?

00:05:06: Was passiert, wenn ich dringend auf die Toilette muss?

00:05:11: Das steht erstaunlich selten im Design Briefing ist aber nach vier Stunden Autofahrt möglicherweise relevanter als sie Kunstinstallation in der Lobby.

00:05:23: Das wäre nämlich Hospitality, den Menschen dort abzuholen wo er gerade ist.

00:05:32: Warum erzeugen große Lobbies manchmal sehr kleine Gefühle?

00:05:39: Wenn wir zum Beispiel die Lobby betreten und hier passiert häufig etwas Interessantes Hotels investieren enorme Summen in ihre Eingangsbereiche hohe Räume, spektakuläre Leuchten, Natursteinkunst – alles ziemlich beeindruckend.

00:05:58: Nur kann Beeindruckend manchmal auch einschüchtern sein!

00:06:03: Ein sehr großer Raum kann Distanz erzeugen.

00:06:07: eine riesige leere Fläche kann uns Orientierung erschweren.

00:06:12: Eine Rezeption die zwanzig Meter entfernt wie ein kleiner Schalter am Horizont aussieht vermittelt möglicherweise Großzügigkeit.

00:06:21: Der müde Gast denkt aber, muss ich jetzt wirklich noch bis dort hinten laufen?

00:06:27: Menschen brauchen in großen Räumen Anhaltspunkte.

00:06:32: Licht kann dabei helfen.

00:06:33: Materialwechsel können führen.

00:06:36: Möblierung kann Wege verständlich machen.

00:06:40: Architektur kann sagen Komm hier entlang Hier geht es entlang für dich Ganz ohne Schuld.

00:06:47: Das wäre für mich gute Orientierung.

00:06:53: Natürlich können wir die perfekte Lobby planen und dann steht niemand an der Rezeption verweist, das ist gewissermaßen die Königsdisziplin in der Hospitalität.

00:07:05: Der Raum sagt willkommen aber es ist niemand da!

00:07:12: Die Hospitality, gute Hospitality entsteht aus dem Zusammenspiel von Raum und Mensch.

00:07:19: Ein Blickkontakt kann unglaublich viel bewirken.

00:07:23: Ein Mensch, der erkennt dass jemand gerade orientierungslos im Raum steht, der sollte sagen wird ein Satz wie herzlich willkommen.

00:07:33: Sie sind hier genau richtig.

00:07:36: das klingt total banal.

00:07:37: erstmal ist es aber nicht Denn genau das wollte unser Nervensystem gerade wissen.

00:07:44: Bin ich hier richtig?

00:07:47: Ja, bist du!

00:07:48: Und wenn dann noch ein freundliches Lächeln geschenkt wird, dann bist du wichtig angekommen.

00:07:56: Was Licht damit zu tun hat – und hier schließt sich übrigens wunderbar der Kreis.

00:08:00: zur meiner letzten Podcastfolge – Licht kann Orientierung unterstützen.

00:08:05: Stell dir eine riesige Lobby vor.

00:08:08: Alles gleich hell... Jeder Bereich kommt dieselbe Aufmerksamkeit.

00:08:13: Das Gehirn muss selbst herausfinden, was wichtig ist.

00:08:18: Jetzt stell dir die Lobby vor!

00:08:20: Die Rezeption ist durch Licht subtil hervorgehoben.

00:08:24: Eine warme Lichtinsel markiert die Lounge.

00:08:27: Plötzlich entsteht eine Hierarchie.

00:08:31: Licht sagt hier passiert etwas Dort kannst du warten Da geht es weiter.

00:08:39: Gutes Licht macht einen Raum auch lesbarer.

00:08:44: Und lesbare Räume geben uns Sicherheit!

00:08:48: Dann gibt es noch etwas, das Hotels gerne unterschätzen.

00:08:52: Wir kommen nicht nur mit den Augen an.

00:08:56: wir hören den Raum wir riechen ihn wir spüren seine Temperatur wir berühren Materialien.

00:09:04: stell dir vor du betrittst ein wunderschönes Hotel optisch fantastisch Aber neben dir rot ein rumpeliger Koffer über den Steinboden.

00:09:17: An der Reception telefoniert jemand, aus dem Bar kommt auch noch Musik.

00:09:22: Plötzlich ist das Design immer noch schön aber dein Körper hat eine ganz andere Meinung.

00:09:29: Das gleiche gilt für Geruch.

00:09:31: Der erste Geruch eines Hotels kann sich unglaublich tief einträgen.

00:09:36: Deshalb ist der Moment des Ankommens eine multisensorische Erfahrung.

00:09:41: Und genau das macht ihn so mächtig!

00:09:45: Ich glaube, dass Ankommen gesellschaftlich gerade eine neue Bedeutung bekommt.

00:09:51: Unser Alltag ist schnell geworden – wir wechseln permanent zwischen Situationen vom Handy ins Meeting, vom Auto im Hotel, von Flughafen zum Termin.

00:10:02: Unser Kopf kommt oft später an als unser Körper.

00:10:09: Vielleicht brauchen wir deshalb Räume, die uns beim Übergang helfen.

00:10:13: Orte die uns signalisieren du kannst jetzt kurz runterfahren Mensch!

00:10:19: Du bist angekommen.

00:10:21: gerade in der Hotellerie steckt darin eine riesige Chance.

00:10:26: Den Hotels verkaufen letztlich Zeit an einem fremden Ort und die große Kunst besteht dann diesen fremde Ort innerhalb kürzester Zeit vertraut zu machen.

00:10:42: Vielleicht ist genau das eine der schönsten Definitionen von Hospitality.

00:10:48: Aus Fremdeid, Vertrautheit machen!

00:10:52: Und jetzt kommt mein heutiger Spacehack für alle die in einem Hotel arbeiten.

00:10:56: Der kostet nichts.

00:10:58: Ihr braucht dafür lediglich einen Koffer.

00:11:00: Geht vor euer Hotel wirklich raus und jetzt kommt ihr wieder herein.

00:11:06: aber dieses mal seid ihr Gast.

00:11:08: Ihr dürft keine Vorwissen benutzen, bitte.

00:11:11: Nehmt den Weg, den ein Gast nehmen würde vom Parkplatz von der Straße oder aus der Tiefgarage.

00:11:19: Roll den Koffer hinter euch her und jedes Mal wenn ihr auch nur eine Sekunde überlegen musst wo muss ich jetzt hinbleibt hier stehen?

00:11:28: macht bitte ein Foto.

00:11:29: genau dort habt ihr einen möglichen Reibungspunkt gefunden.

00:11:33: schaut auf die kleinen Dinge.

00:11:36: Wo stelle ich meinen Koffer ab?

00:11:38: Wo warte ich, wo schaue ich hin?

00:11:40: Wo bekomme ich Orientierung?

00:11:42: und vor allem wann habe ich zum ersten Mal das Gefühl jetzt bin ich wirklich angekommen.

00:11:49: Vielleicht liegt genau zwischen diesen beiden Punkten euer größtes Verbesserungspotenzial.

00:11:58: Mein Schlussgedanke für euch!

00:12:00: Wir investieren in Hotels viel Energie, in den perfekten ersten Eindruck.

00:12:05: Aber ein Gast möchte in den ersten Sekunden vielleicht gar nicht beeindruckt werden.

00:12:10: Er möchte verstehen – grundsätzlich verstehen!

00:12:14: Er möchte sich orientieren können und irgendwann kommt dieser wunderbare Moment, indem aus einem fremden Gebäude für ein paar Tage einen Vertrauterort wird.

00:12:25: Wie schön ist das denn?

00:12:27: Denn genau dort beginnt erste Hospitality.

00:12:32: Deshalb lautet meine Frage heute, wie fühlt sich Ankommen in deinem Hotel an?

00:12:39: Vielleicht gehst du morgen einmal selbst durch die Einklangstür mit einem Koffer ohne Vorwissen bitte und mit den Augen eines Menschen der nur eine einzige Frage hat bin ich hier richtig?

00:12:55: Räume wirken immer.

00:12:57: Ich bin Nicole Gottschall, Raumstrategin Evidenz-Base Design Specialist in Theory Designer.

00:13:03: Möchtest du mehr über Evidenzebasesign und dein Nervensystem wissen?

00:13:09: Mößtest du mehr wissen, warum Räume wirken?

00:13:12: Dann besuche mein Workshop am zwanzigsten November im Luzern!

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