Warum eine Deckenlampe kein Lichtkonzept ist

Shownotes

Hast du dich schon mal gefragt, warum dich dein Wohnzimmer trotz tollem Sofa irgendwie an eine Zahnarztpraxis erinnert?

Heute spreche ich mit dir über ein Thema, das wir oft unterschätzen: Licht. Vielleicht hast auch du deine Wohnung jahrelang mit nur einer Deckenlampe beleuchtet. Praktisch, klar, aber fühlt sich dein Zuhause dabei wirklich gemütlich an?

In dieser Episode erfährst du, wie Licht nicht nur unseren Raum gestaltet, sondern auch unser Wohlbefinden, unsere innere Uhr und sogar unseren Schlaf beeinflusst. Ich zeige dir, warum eine einzige Lichtquelle selten ausreicht, wie du mit unterschiedlichen Lichtinseln Atmosphäre schaffst und welche Rolle Schatten und Lichtfarbe spielen.

Außerdem bekommst du von mir einen einfachen Spatium-Spacehack, den du direkt heute Abend ausprobieren kannst, um dein Zuhause völlig neu wahrzunehmen.

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Transkript anzeigen

00:00:07: Willkommen bei Spatium Wellbeing für Herz, Hirn und Raum.

00:00:11: Ich bin Nicole Gottschall, Raumstrategin Evidenz-Base Design Specialistin in Kiryu Design.

00:00:17: Ich muss euch heute etwas gestehen... Als vor einigen Jahren die klassische Glühbirne schrittweise vom Markt verschwand habe ich etwas getan, worauf ich rückblickend nur bedingt stolz bin!

00:00:37: Lagerbestände aufgekauft.

00:00:40: Andere Menschen hamsten in Krisenzeiten WC-Papier, ich offenbar Glühbirnen!

00:00:46: Ich hatte nämlich ein Problem.

00:00:47: die ersten LED-Leuchtmittel waren für mich atmosphärisch ungefähr so charmant wie Beleuchtung einer Tiefgarage.

00:00:57: Jederweiser sind zwischen LED Leuchtmitteln energieeffizient und langlebig.

00:01:03: nur leider wollte ich darunter nicht wohnen.

00:01:06: Und ich weiß natürlich, die LED-Technologie hat sich seit er massiv weiterentwickelt.

00:01:12: Heute gibt es hervorragende Leuchtmittel mit wunderbarer Farbwiedergabe und sehr warmen Lichtfarben.

00:01:20: Meine glühbirnen Apokalypse wäre da also nicht wirklich nötig mehr heute!

00:01:26: Trotzdem erzählt diese Geschichte etwas das mich bis heute beschäftigt... Wir unterschätzen Lichtgewaltig, wir behandeln Licht in unseren Wohnungen häuselt wie Elektrizität.

00:01:39: Steckdose da, Decken auslasst dort, leuchtet dran – fertig!

00:01:43: Und dann wundern wir uns vorum das Wohnzimmer trotz wunderschönem Sofa, Eichenparkett und Kashmirdecke ungefähr die emotionale Wärme einer Zahnarztpraxis entwickelt.

00:01:56: Heute möchte ich darüber mit euch sprechen Darüber, warum eine Decklampe nach lange kein Lichtkonzept ist.

00:02:05: Was Licht mit unserem Körper macht ziemlich wichtig und warum du heute Abend vielleicht zum ersten Mal deine Wohnung anschauest und sagst ach du meine Güte!

00:02:18: Licht ist für unseren Körper viel mehr als Helligkeit.

00:02:22: wenn wir über Licht sprechen reden wir meistens darüber ob wir genug sehen.

00:02:27: das ist logisch natürlich aber biologisch betrachtet ist Licht viel mächtiger.

00:02:35: Unser Körper nutzt Licht als Zeitgeber, als innere Uhr.

00:02:40: vor allem Licht am Morgen hilft unserer inneren Uhr zu verstehen.

00:02:44: der Tag beginnt Im Laufe des Tages verrennen sich Helligkeit und Lichtfarbe draußen kontinuierlich.

00:02:53: unser Organismus orientiert sich daran.

00:02:56: Abends passiert das Gegenteil als morgens im Badezimmer.

00:03:00: Der Körper erwartet weniger Licht und weniger Aktivierung, dann kommt unsere Wohnung, schaut sie mal an, Deckenlampe an, Küche hell, Bade Zimmer hell, Handy vor der Nase, Fernseher läuft.

00:03:15: Unser Gehirn denkt sich vermutlich interessant.

00:03:19: offenbar ist um zweiundzwanzig oder einviertzig immer noch Mittag.

00:03:25: Licht beeinflusst unseren Zirkadianen-Rhythmus und damit Prozesse rund um Wachheit und Schlaf.

00:03:34: Deshalb ist Lichtplanung eben keine reine Gestaltungsfrage mehr, sie ist auch eine Frage unseres Mohlbefindens.

00:03:42: Warum eine einzige Lichtquelle selten funktioniert?

00:03:46: Schau doch heute oben einmal nach oben.

00:03:49: wie viele Räume werden bei dir hauptsächlich von einer einzigen Lichtquelle an der Decke beleuchtet!

00:03:57: Das ist nämlich der Klassiker.

00:04:00: Ein Kalbel kommt aus der Decke und bekommt die Verantwortung für die komplette Atmosphäre eines Raumes übertragen.

00:04:09: Das ist ziemlich viel verlangt von einem Kalbel, findet ihr nicht?

00:04:13: Denn gutes Licht hat unterschiedliche Aufgaben!

00:04:16: Wir brauchen Licht um etwas zu sehen.

00:04:19: wir brauchen es zum Lesen kochen oder arbeiten Und wir brauchen Licht das Atmospheere erzeugt.

00:04:28: Das Problem beginnt dort, wo eine einzige Lichtquelle all das gleichzeitig erledigen soll.

00:04:37: Dann wird sie nämlich meistens sehr hell und sehr praktisch – und ungefähr so gemütlich wie die Wartezone beim Steueramt!

00:04:46: Unser Gehirn liebt Unterschiede.

00:04:48: Interessanterweise empfinden wir Räume häufig dann als angenehm wenn Licht differenziert ist.

00:04:55: Heller Bereiche, dunklere Bereiche Licht auf einer Wand, eine Leuchte neben dem Sofa.

00:05:03: Vielleicht eine kleine Lichtdienste auf einem Sideboard?

00:05:06: Das alles erzeugt tiefe visuelle Tische!

00:05:11: Diese Tiefe hilft uns einen Raum zu lesen und ihn zu verstehen.

00:05:16: Denken Sie einmal an ein Lagerfeuer zum Beispiel.

00:05:19: Niemand sitzt am LagerFeuer und sagt Können wir bitte noch eine gleichmäßige Grundbeleuchtung von fünfhundert Lux installieren?

00:05:28: Wir sitzen dort bei Licht einen Mittelpunkt schafft.

00:05:32: Es zieht Menschen an, magisch fast schon!

00:05:35: Es schafft Orientierung und ganz nebenbei sehen wir im warmen Licht auch noch... Sorry, fantastisch aus!

00:05:43: Vielleicht war das Lagerfeuer also das erste wirklich erfolgreiche Lichtkonzept der Menschheitsgeschichte?

00:05:51: Unaus!

00:05:52: Licht strukturiert einen Raum.

00:05:55: Mit Licht können wir einem Raum sagen, wo etwas passieren soll.

00:06:00: Hier wird gelesen hier wird gegessen hier treffen wir uns hier wird es ruhig.

00:06:07: das ist besonders wichtig in offenen Wohnräumen.

00:06:11: heute haben wir häufig Küche essen und wohnen in einem einzigen großen Raumverein.

00:06:19: Architektonisch offen, akustisch manchmal eine kleine Herausforderung.

00:06:25: Aber das bespreche ich in einem weiteren Podcast mit euch.

00:06:28: Lichttechnisch hängt genau dann über allem eine Batteriespots damit auch wirklich kein Quadratmeter entkommen.

00:06:41: Das Ergebnis mit Spot an spot ist hell aber Helligkeit ist noch keine Atmosphäre.

00:06:48: Ein Raum braucht auch Schatten.

00:06:52: Das klingt vielleicht ein bisschen seltsam, weil wir Lichtplanung meistens mit der Frage verbinden Wo brauchen mehr Licht?

00:07:03: Die bessere Frage sollte laden – wo darf es dunkler sein?

00:07:08: Den ersten Kontrast erzeugt räumliche Tiefe.

00:07:12: Dann ist die noch Diese Sache mit der Lichtfarbe, das kennt ihr vielleicht.

00:07:18: Du kaufst ein Leuchtmittel.

00:07:19: auf der Verpackung stehen Zahlen wie zwei Tausend Zeben unter Kelvin, drei Tausende Kelvin oder viertausend Kelvin und plötzlich braucht man gefühlt einen Elektronikstudium um eine Glühbirne zu kaufen.

00:07:36: ganz einfach gesagt Je niedriger die Kellwindzahl desto wärmer wirkt das Licht.

00:07:47: Um zwei Tausend Sieben unter Kellwind rum erleben wir Licht meist als warm und wundlich, höhere Farbtemperaturen wirken neutraler oder kühler und können dort sinnvoll sein wo wir konzentriert arbeiten oder gut funktionales Licht brauchen oder zum Beispiel auch am Morgen im Badezimmer.

00:08:09: Aber bitte macht daraus kein neues Dogma!

00:08:12: Es gibt nicht eine perfekte Kohlwindsal für die ganze Wohnung, entscheidend ist was du an einem Ort tust und zu welcher Tagesteil voran.

00:08:23: Das Badezimmermorgens darf dich durchaus beim Wachwerden unterstützen.

00:08:28: Beim Zähneputzen kurz vor dem Schlafen gehen brauchst du allerdings keine Beleuchtung, die dir das Gefühl gibt, du müsstest gleich eine Herzoperation durchführen!

00:08:40: Und was ist auch mit Kerzen?

00:08:43: Jetzt kommen wir zu einem meiner Lieblingsthemen – Kerzen.

00:08:47: Ich liebe Kerzen aber einer Kerze ist kein Lichtkonzept Und zwölf Kerzen sind auch keines.

00:08:56: Da wäre dann wieder die Deco-Quin, die wir doch jetzt schon mal vor der Tür platziert haben.

00:09:03: Kerzen können Atmosphäre wunderbar ergänzen.

00:09:07: Sie ersetzen jedoch kein bewusst geplantes Licht.

00:09:11: Wir brauchen beides Funktionales Licht für unsere Tätigkeiten und sicher atmosphärisches Licht für die Qualität eines Rahmes – der Herzqualität und unsere Seele!

00:09:23: Und dazwischen liegt die eigentliche Kunst.

00:09:26: Was hat das alles mit unserem heutigen Leben denn zu tun?

00:09:30: Sehr viel, den wir verbringen einen Großteil unseres Lebens in Innenräume.

00:09:39: In Innenräumen – circa neunzig Prozent!

00:09:44: Gleichzeitig leben wir in einer Welt, die immer stärker künstlich beleuchtet ist.

00:09:49: Wir können heute den Tag verlängern wann immer wir wollen.

00:09:53: Das ist technisch großartig.

00:09:56: Unser Körper besitzt allerdings weiterhin eine innere Uhr, die wesentlich älterer ist als unsere Smart-Home-Steuerung und vielleicht erklärt das auch warum wir uns gerade wieder so stark nach natürlichen Materialien warmen Farben und weicheren Lichtszenen.

00:10:15: Wir versuchen etwas zurückzuholen dass in vielen modernen Räumen verloren gegangen Wechseln.

00:10:24: Morgen und Abend dürfen unterschiedlich aussehen, ja klaro!

00:10:29: Ein Raum darf Bereiche haben die Leuchten und andere, die zurücktreten.

00:10:35: Unser Zuhause muss nicht rund um die Uhr aussehen wie eine perfekt ausgeleuchtete Verkaufsfläche denn das ist sie nämlich nicht.

00:10:45: Eigentlich wäre das sogar ziemlich anstrengend wenn Sie das seien.

00:10:50: Und hier kommt mein Spatium Spacehack für euch.

00:10:56: Jetzt machen wir etwas, dass du heute Abend sofort ausprobieren kannst.

00:11:02: Du musst nichts kaufen!

00:11:04: Du musst keine Leuchte austauschen und bitte kauf auch keine glühbirnen Bestände.

00:11:10: Das habe ich nämlich bereits für uns alle erledigt.

00:11:14: Heute Abend machst du das.

00:11:18: Deckenlicht austest.

00:11:21: Wähle am besten dein Wohnzimmer.

00:11:23: Schalte die große Deckenbeleuchtung komplett aus.

00:11:27: Und jetzt schau, welche anderen Lichtquellen du bereits hast!

00:11:32: Vielleicht eine Stehleuchte oder eine Tischleuchten?

00:11:35: Eine Leuchte auf dem Sideboard?

00:11:37: Vielleicht Licht aus einem angrenzenden Raum?

00:11:41: Schalke diese Einzelnen ein und beobachte wo zieht es dich hin?

00:11:47: Wo möchtest du sein?

00:11:48: Wo würdest du dich freiwillig hinsetzen?

00:11:52: Wo entsteht plötzlich Tiefe?

00:11:55: Welche Ecke verschwindet angenehm im Dunkeln?

00:11:58: und wo fällt tatsächlich Licht.

00:12:02: Das dauert fünf Minuten, aber du wirst deinen Raum danach anders sehen.

00:12:07: Denn plötzlich beurteilst Du Licht nicht mehr danach ob der Raum hell genug ist.

00:12:12: Du beurteilst danach was dein Raum mit Dir macht Und wenn du anschließend etwas verändern möchtest, beginn mit einer einzigen zusätzlichen Lichtquelle und zwar dort wo dir Licht fehlt.

00:12:27: Keine komplette Lichtsonierung!

00:12:30: Eine Leuchte am richtigen Ort.

00:12:33: Manchmal verändert eine kleine Lichtinsel die Atmosphäre eines ganzen Raumes stärker als die teuerste neue Einrichtung.

00:12:44: Hier ist mein Schlussgedanke für euch.

00:12:47: Vielleicht ist gutes Licht genau deshalb so faszinierend.

00:12:51: Wir sehen es und gleichzeitig spüren wir seine Wirkung oft stärker als wir sie bewusst wahrnehmen.

00:12:59: Licht kann nämlich einen Raum öffnen, es kann Nähe schaffen!

00:13:05: Es kann uns signalisieren dass der Tag langsam zu Ende geht und manchmal braucht das dafür erstaunlich wenig.

00:13:13: Vielleicht schaltest du heute Abend einfach einmal deine Deckenlampe aus und vielleicht entdeckst du da durch den Wohnzimmer neu.

00:13:23: Meine alten Glühbirnen bestände hüte ich übrigens weiterhin, man weiß ja nie, Räume wirken immer!

00:13:33: Wenn du mehr über die Wirkung von Licht auf das unser Unbewusstsein erfahren willst dann komm in meinen Workshop, zwanzigster November in Luzern.

00:13:44: alles dazu auf meiner Homepage nicole-gotschall.

00:13:50: Ich freue mich, schaltest du wieder meinen Podcast ein.

00:13:54: Bis bald!

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