Willkommen Zuhause: Warum die ersten 30 Sekunden über Deinen Abend entscheiden

Shownotes

Hast du dich schon einmal gefragt, warum du direkt nach dem Nachhausekommen deine Tasche immer an denselben Platz legst und warum die ersten 30 Sekunden im Flur über deinen ganzen Abend entscheiden können?

Heute spreche ich mit dir über einen oft unterschätzten, aber unglaublich entscheidenden Raum: den Eingangsbereich. Wir planen Küchen monatelang, doch wie viel Aufmerksamkeit widmen wir eigentlich dem Ort, an dem wir jeden Tag unser Zuhause betreten?

In den ersten 30 Sekunden nach dem Heimkommen entscheidet sich, wie du dich fühlst. Ob du wirklich ankommst oder gestresst weiterläufst. Unser Nervensystem liest Räume viel schneller, als uns bewusst ist: Licht, Geräusche, Gerüche und schon bist du entweder angekommen, oder direkt im Stressmodus.

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00:00:07: Hallo zusammen, heute gibt es die neue Folge von Spatium Wellbeing für Herz, Hirn und Raum.

00:00:14: Ich begrüße euch.

00:00:16: willkommen zu Hause!

00:00:19: Warum die ersten dreißig Sekunden über deinem Abend entscheiden können?

00:00:27: Ich habe euch heute eine kleine Geschichte mitgebracht.

00:00:37: Eine kleine Geschichte eines wunderschönesten Herrenhauses, das ich vor vielen Jahren planen durfte.

00:00:45: Seine Hausmit einer Eingangshalle bei der man heute vermutlich in Schnappatmung käme.

00:00:53: Völliger Luxus!

00:00:56: Denn diese Halle hatte etwas, was unseren heutigen Wohnungen oft fehlt.

00:01:03: Sie gab dem Ankommenraum.

00:01:07: Riesig, Luft schön!

00:01:11: Also stellte ich in meiner Planung ein Sofa hinein.

00:01:14: Ein Sofa im Eingangsbereich.

00:01:17: Nicht als Dekoration nicht für Instagram zum Ankommen für die Familie.

00:01:24: Meine Kundin schaute auf den Plan und sagte sofort das können wir vergessen.

00:01:30: mein Mann wird dort nur seine Jacken drauf werfen.

00:01:35: Ich wusste in dem Moment, sie hatte Recht.

00:01:40: Und damit herzlich willkommen zu einer Podcastfolge über Intiri-Design, neue Wissenschaft und Männer die Jacken auf Möbel legen.

00:01:50: Wobei ich ausdrücklich sagen möchte das ist kein männliches Phänomen.

00:01:56: Männer sind nur manchmal sehr konsequent darin.

00:02:01: Die spannende Frage lautet nämlich gar nicht Warum legt dieser Mensch seine Jacke immer dort hin?

00:02:08: Die interessantere Frage lautet, warum haben wir den Raum so geplant dass genau dieses Verhalten beinahe zwangsläufig entsteht.

00:02:21: Und damit sind wir mitten im Thema Denn heute geht es um einen Raum über den erstaunlich wenig gesprochen wird.

00:02:30: Den Eingangsbereich.

00:02:33: Dieser kleine Bereich zwischen draußen und drinnen entscheidet jeden Tag mit darüber, wie du zu Hause ankommst.

00:02:44: Und oft reifen dafür die ersten dreißig Sekunden!

00:02:49: Stell dir einen ganz normalen Abend vor, Viertel vor sieben.

00:02:53: Du hattest einen langen Tag eine Sitzung zu viel ein Gespräch bei dem du auf dem Heimweg noch ungefähr sieben bessere Antworten gefunden hast Natürlich auch zu spät!

00:03:06: Du hast noch eingekauft zwei Taschen.

00:03:09: Eine davon beginnt genau vor der Haustür zu reisen.

00:03:15: Du suchst den Schlüssel, findest zuerst drei Kassenzettel einen Lippenstift und dieses mysteriöse Ding von dem du seit Monaten nicht weißt.

00:03:24: bis halb liegt jetzt das schon wieder in der Tasche.

00:03:28: Dann endlich Tür auf!

00:03:30: Und jetzt passiert etwas wirklich Spannendes Während du bewusst vermutlich nur denkst, wo kann ich diesen ganzen Kram hinschmeißen?

00:03:41: Mach dein Nervensystem bereits deinen eigenen Rundgang.

00:03:46: Licht Geräusche Geruch Bewegung Übersicht Sicherheit.

00:03:55: Dein Körper ist schneller zu Hause als dein Kopf.

00:04:00: Genau deshalb fasziniert mich der Eingangsbereichssohn.

00:04:06: Wir planen Küchen monatelang.

00:04:09: Wir diskutieren über Armaturen, Fronten und Arbeitsplatten als würde die Zukunft der westlichen Zivilisation davon abhängen.

00:04:19: Aber den Ort durch den wir jeden einzelnen Tag unser Zuhause betreten?

00:04:27: Da stehen dann drei Paar Schuhe ein Wäscheständer vielleicht um wenn es ganz dumm geht irgendwo noch der Staubsauger.

00:04:36: Herzlich willkommen!

00:04:39: Der Eingangsbereich ist für mich eine der meist unterschätzten Räume überhaupt, denn eine Schwelle ist psychologisch etwas ganz Besonderes.

00:04:50: Das wussten Menschen lange vor der Erfindung von Intiere-Design.

00:04:56: Über Schwellen wurden Freute getragen an Schwellern wurden Zeichen angebracht.

00:05:03: In Japan gibt es den Genkan, eine abgesenkte Zone hinter der Haustür.

00:05:10: Dort endet draußen und dort beginnt zu Hause.

00:05:15: Das ist Architektur als Ritual!

00:05:20: Und unser Gehirn liebt solche Übergänge.

00:05:23: Aus der Kognitionsforschung ist er sogenannte Doorway-Effekt bekannt.

00:05:31: Vielleicht kennst du den ebenfalls?

00:05:34: Du gehst voller Entschlossenheit in ein anderes Zimmer, kommst dort an und denkst was zur Hölle wollte ich jetzt hier?

00:05:45: Beruhigen daran es muss nicht das Alter sein.

00:05:49: Beim Durchschreiten einer Tür verarbeitet unser Gehirn einen Kontextwechsel eine Art Kapitelwechsel.

00:05:59: Türen sind mentale Satzzeichen.

00:06:03: Mein Mann gestaltet daraus nochmal einen Witz, wenn ich vor der Schwelle was z.B.

00:06:09: Anstrengendes zu ihm gesagt habe und er hinter der Schweller dann meint oh!

00:06:13: Ich hab alles vergessen Geld.

00:06:15: das war der Torweh-Effekt.

00:06:19: Schwellen sind für mich ein sehr starkes Zeichen in der Wahrnehmung unseres Nervensystems und daher sollten wir sie gestalterisch nutzen.

00:06:29: Der Neuro-Wissenschaftler Steven Pochess hat den Begriff Neurozeption geprägt.

00:06:37: Gemeint ist vereinfacht die unbewusste Bewertung von Sicherheit und Gefahr.

00:06:44: Noch bevor du bewusst über einen Raum nachdenkst, hat dein Nervensystem längst angefangen ihn zu lesen!

00:06:55: Das Nervenystem fragt nicht – Ist das hier schön?

00:06:59: Es fragt an ihr kann ich hier runterfahren und bin nicht sicher.

00:07:06: Und jetzt wird vielleicht plötzlich für euch verständlich, weshalb ein enger dunkler Eingangsbereich etwas anderes mit uns macht als ein heller Bereich den wir sofort überblücken

00:07:20: können.".

00:07:23: Der Landschaftsee-Theoretiker Jay Appleton hat dafür das Prinzip Prospect and Refuge beschrieben Überblick und Schutz.

00:07:34: Wir mögen Orte, an denen wir sehen können was passiert und uns gleichzeitig geschützt fühlen.

00:07:43: Das ist kein sprüniges Designbedürfnis das ist ziemlich alte menschliche Software Und diese Software bekommt beim nach Hause kommen jeden Abend einen kurzen Einsatz und wahrscheinlich hängt dann da womöglich noch der Spiegel direkt gegenüber der Haustür.

00:08:06: Ich weiß, jetzt werden einige sagen, Nicole das ist doch super praktisch!

00:08:12: Man kann sich doch anschauen bevor man rausgeht?

00:08:16: Absolut!

00:08:17: Bevor man raus geht... Aber warum muss ich mich anschauen wenn ich

00:08:23: reinkomme?!

00:08:25: Stell dir wieder nochmal den selben Abend vor, die Sitzungen, Einkauf, Tüte krissten Tür auf und das erste Gesicht, dass dich begrüsst.

00:08:37: Bist du selbst müde, genervt?

00:08:40: Frisur vielleicht leicht, experimentell!

00:08:44: Mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen der heute bereits fünfmal gesorgt hat.

00:08:49: Ja ja kein Problem.

00:08:51: Obwohl es sehr wohl ein Problem war... Spiegel lenken Aufmerksamkeit auf uns selbst.

00:08:59: Die Sozialpsychologie beschäftigt sich schon lange mit diesem Effekt dieser Selbstaufmerksamkeit und genau deshalb finde ich den Spiegl direkt gegenüber der Eingangstür oft ungünstig, hinzu kommt nämlich die Bewegung Wenn du dir das überlegst, das stört mich jeweils wirklich.

00:09:24: Du öffnest die Tür im Spiegel und bewegt dich sofort etwas.

00:09:28: Dein visuelles System reagiert auf Bewegung sehr schnell.

00:09:34: Nein wir haben keine Studie, die sagt Spiegl gegenüber Haustür gleich Katastrophe!

00:09:43: Das wäre wissenschaftlich unseriös.

00:09:45: Wir haben aber gut untersuchte Einzelmechanismen, die erklären weshalb diese Situation ungünstig sein kann.

00:09:54: Darum ein sehr einfacher Vorschlag.

00:09:57: Spiegel an die Seitenwand Logisch!

00:10:01: Dann kannst du dich anschauen wenn du hinausgehst.

00:10:10: Beim Heinkommen gibt es wirklich dringliche Themen wie deine Haare Zum Beispiel deine Schuhe, viel wichtiger.

00:10:19: Schuhen austieren ist nämlich interessanter als es klingt und erstaunlich emotional.

00:10:26: Frag einmal zehn Menschen ob Gäste bei ihnen die Schufe ausziehen sollen.

00:10:33: Danach brauchst du möglicherweise einen Mediator.

00:10:37: Mit dem Ausziehen der Schuhe verändert sich körperlich sofort etwas.

00:10:42: Dein Gang wird leiser, der Kontakt zum Boden verändert sich, deine Fußsollen erhalten andere sensorische Informationen.

00:10:52: Der Körper signalisiert die Außenwelt endet hier und psychologisch steckt noch etwas darin – ohne Schuhen bist du nämlich weniger abmarschbereit!

00:11:06: Du bist angekommen.

00:11:08: Dies kann ein kleines Ritual sein, das dem Nervensystem hilft den Modus zu wechseln.

00:11:15: aber bitte, wenn wir möchten dass Menschen ihre Schuhe ausziehen sollten wir ihnen dabei nicht gleichzeitig einen Gleichgewichtstest auferlegen.

00:11:27: Schuhen im Stehen ausziehen Tasche am Armschlüssel in der Hand Das ist doch kein Eingangsbereich Das ist doch Physiotherapie!

00:11:39: Eine kleine Bank oder ein Hocker kann erstaunlich viel verändern.

00:11:43: Und damit zurück zum Herrenhaus, zum Sofa und zu diesem Ehemann – nicht meinem sondern der Erkundin.

00:11:52: Ich sagte meiner Kundin damals sinngemäß Sie können Ihren Mann nicht umherziehen.

00:12:00: eine erschütternde Nachricht für manche Wohnprojekte aber eine wichtige Denn gute Gestaltung versucht nicht permanent Menschen zu erzielen.

00:12:10: Sie beobachtet, wie Menschen sich tatsächlich verhalten.

00:12:14: Das kennen wir aus der Landschaftsarchitektur als sogenannte Frampelpfade.

00:12:20: Die kennen wir doch alle irgendwo in den Wiesen.

00:12:23: Menschen laufen über eine Wiese immer denselben Weg!

00:12:27: Man könnte jetzt jeden Tag ein Stild aufstellen, erstellen auf dem Schritt bitte Weg benutzen oder man könnte irgendwann doch sagen Offenbar wollen alle hier entlang.

00:12:39: Vielleicht sollten wir genau dort in Näg bauen?

00:12:44: Ich finde das eine ziemlich gute Haltung für Innenräume!

00:12:48: Wo landet der Schlüssel am Abend, dann gehört dort eine Ablage hin.

00:12:54: Wo lande die Tasche, dann braucht sie dort auch einen Platz.

00:12:59: Wo Landet Jacke?

00:13:00: und falls die Antwort lautet... Auf dem Sofa braucht der Haken vermutlich nicht drei Meter weiter hinter einer Strangtür zu wohnen.

00:13:11: Menschen kommen abends erschöpft nach Hause, sie optimieren nicht ihre Garderobenlogistik.

00:13:19: Sie wollen in den Feierabend übergleiten.

00:13:24: Ordnung funktioniert deshalb am besten wenn sie weniger Energie kostet als Unordnung.

00:13:34: Und hier kommen wir zu einem Thema, bei dem ich etwas allergisch werde.

00:13:40: Ordnung als moralische Kategorie Die ordentliche Wohnung als Zeichen eines gelungenen Lebens – schwierig!

00:13:51: Wir wissen aus der Forschung, dass visuelle Unordnung mit kognitiver Belastung und Stress zusammenhängen kann.

00:13:59: Eine häufig zitierte Untersuchung von Saxby & Rapetti zeigte beispielsweise einen Zusammenhang zwischen der Beschreibung des eigenen Zuhauses als vorgestellt oder unfertigt – und hört mal einem ungünstigeren Cortisolverlauf!

00:14:20: Das war ein kleines Stichprobe korrelativer Zusammenhang.

00:14:25: Also bitte kein, der Pullover auf dem Stuhl zerstört deine Gesundheit?

00:14:31: Nein so nicht!

00:14:33: So funktioniert Wissenschaft nicht.

00:14:35: aber wir wissen sehr wo.

00:14:38: viele sichtbare Reize verlangen unsere Aufmerksamkeit und das kann anstrengend sein.

00:14:46: Was ist daraus allerdings ganz sicher nicht ableite?

00:14:51: Alle Menschen brauchen minimalistische Wohnungen.

00:14:55: Nein, manche Menschen brauchen sichtbare Systeme andere brauchen zum Beispiel geschlossene Schränke.

00:15:03: einige sortieren die anderen Staub und manche haben diesen einen Stuhl.

00:15:12: du kennst ihn bestimmt.

00:15:14: Offiziell ist es nämlich ein Stuhl.

00:15:17: Faktisch ist es eine Zwischenlagerstation für Textilien mit ungeklärter Status, zu sauber für die Wäsche, zugetragen für den Schrank.

00:15:29: Dieser Stuhll ist kein Möbel – er ist nämlich ein Lebenskonzept!

00:15:36: Das Entscheidende ist gestaltet deinen Eingang nach deinem tatsächlichen Verhalten.

00:15:46: Nicht nach einem Bild auf Binteres, denn gerade dieser Raum hat heute eine neue Bedeutung.

00:15:53: Arbeit und Privatleben haben sich in den letzten Jahren stark vermischt.

00:16:00: Laptopamästisch, melmaband, Telefon noch kurz auf dem Sofa... Unser Zuhause hat teilweise seine Grenzen verloren!

00:16:11: Die Haustür ist eine der wenigen echten Schwellen, die geblieben sind.

00:16:18: Und genau deshalb sollten wir sie wieder ziemlich ernst nehmen.

00:16:23: Der Eingang kann deinem Körper nämlich sagen – der Tag ist vorbei!

00:16:28: Du bist da!

00:16:38: fünf Minuten.

00:16:39: Keine Renovation, kein Shopping, keine Daufgärze für neunundachtzig Sturz!

00:16:45: Geh einmal vor deine eigene Haustür.

00:16:48: Nimm mit was du normalerweise dabei hast.

00:16:56: Tasche Schlüssel, Jackepost.

00:16:59: dann komm nach Hause.

00:17:02: Wie legst Du die Post hin?

00:17:04: Wohin geht der Schlüssel?

00:17:06: Wie ziehst Du die Schuhe aus?

00:17:09: genau bedient deine Planung.

00:17:13: Genau dort beginnt deine Planungen, nicht dort wo ein Möbelprospekt dir sagt, dass dort eine Konsole stehen sollte.

00:17:25: Wenn du danach noch etwas verbessern möchtest, so einen kleinen Heck von mir Bonus für dich, schau dir das Licht an!

00:17:34: Eine warme Die tief positionierte Lichtquelle kann am Abend eine völlig andere Atmosphäre erzeugen als die klassische Deckenleute, die dich beim Heim kommen begrüßt wie in einem Verhörraum.

00:17:51: Und dann beobachte eine Woche lang was mit dir passiert?

00:17:55: Vielleicht wird der Eingang ruhiger vielleicht kommst du sogar ruhig an Denn wir betreten unser Zuhause Denn wir betreten unser Zuhause tausende Male.

00:18:10: Meistens denken wir nicht darüber nach.

00:18:13: Dabei ist dieser kleine Moment jeden Abend eine riesige Gelegenheit für jeden von uns, ein Übergang, ein Signal an den Körper.

00:18:25: hier darf ich etwas ändern Hier kommt etwas Neues.

00:18:31: Vielleicht braucht ein gutes zu Hause deshalb an der Tür gar keine große Geste.

00:18:37: Es musste ich nicht beeindrucken, es sollte dich vielmehr verstehen.

00:18:44: und manchmal bedeutet eben gutes Intiere-Design auch zu akzeptieren dass der Mann seine Jacke irgendwo hinlegen will.

00:18:56: die einzig wirkliche interessante Frage lautet daher haben wir dort auf einen Haken vorgesehen bleibe neugierig Auf Räume, auf Menschen und auf dich selbst.

00:19:12: Ich bin Nicole Gottschall.

00:19:14: Räumewirken immer!

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